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 Das Café

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weredragon



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BeitragThema: Das Café   So Dez 27, 2009 8:37 pm

Das Café


Da sitzt er nun, seit 10 Minuten. Er hat sich einen Cappuccino bestellt. Beobachtet ganz nebenbei die anderen Gäste. Wie immer hat er sich einen Tisch in der Eck, dem Eingang gegenüber genommen. Ein leises Schmunzeln umspielt seine Lippen. Diese Angewohnheit wird er wohl nie ablegen. Seine Augen wandern durch den Raum. Bleiben kurz an der neuen Kellnerin hängen. Wirklich hübsch dieses Gesicht. Aber warum immer so verbissen? In den vergangenen Minuten ist ihr kein Lächeln über die Lippen gekommen. Schade!
Da bringt ihm Saskia, mit einem unwiderstehlichen Grinsen, sein Getränk.

"So, hier bring ich dir deinen Cappuccino."

Sie sieht ihm dabei tief in die Augen, bevor sie wieder an die Arbeit geht.

Er kann ihr gerade noch ein, "Danke!", nachschicken.

Bedächtig schüttet er zwei Päckchen Zucker in seine Tasse. Rührt vorsichtig um, damit sich nicht zu viel Schaum setzt. Schließlich hebt er die Tasse hoch und führt sie an den Mund. In Erwartung der Hitze nippt er sehr verhalten. Als ihm in diesem Augenblick eine junge Frau auffällt.

So eine Frau kann man nicht übersehen. Sie ist wohl um die 23. Hat lange schlanke Beine, sehr wohlgeformt. Was bei der Kürze ihres Rockes gut zu sehen ist. Das T-Shirt unterstreicht ihre pralle Brust. Der Ausschnitt ihres Shirt's lässt mehr sehen als gut sein kann. Sie fährt sich mit einer Hand durch ihre Mähne und befördert so die widerspenstigen Strähnen aus dem Gesicht.

Er ist so in den Anblick vertieft, das er nicht merkt, wie auch er beobachtet wird. Seine Augen sind immer noch damit beschäftigt, jeden cm an ihrem Körper zu begutachten. Unbewusst umspielt ein freches Grinsen seinen Mund. Seine Tasse, die er immer noch hochhält, fällt ihm wieder ein. Er nippt noch einmal an dem heißen Getränk, diesmal weniger vorsichtig. Prompt verbrennt er sich die Lippen. Schmerzhaft verzieht er sein Gesicht.

Setzt seine Tasse auf dem Tisch ab und verwünscht sich, seiner Ungeschicklichkeit wegen. Als er seine Augen wieder zu dieser faszinierenden Frau wendet, bemerkt er, das sie ihn die ganze Zeit beobachtet hat.

Es blitzt nur so in ihrem Gesicht vor Belustigung. Ihre Lippen zucken vor unterdrücktem Lachen. Sie hatte sich in der Zwischenzeit, als er sich den Mund verbrühte, einen Platz an der Bar gesucht. Die Beine übereinander geschlagen sitzt sie auf ihrem Barhocker. In diesem Moment bring ihr der Barkeeper einen Milchcafé. Sie lächelt ihn Dankbar an. Aber immer noch spielt dieser unverschämt süßer Ausdruck um ihre Lippen. Sie wendet ihre Aufmerksamkeit vom Café ab und ihm zu. Lacht ihm jetzt offen ins Gesicht.

Er grinst breit zurück. Mit einem leichten Zucken seiner Schultern gibt er sich geschlagen. Nimmt seine Tasse und prostet ihr zu. Dann setzt er sie an die Lippen. Der Cappuccino ist immer noch heiß, aber nun doch zum Trinken geeignet. Auch sie widmet sich nun ihrem Milchcafé. Redet kurz mit dem Barkeeper und schenkt ihm keine Beachtung mehr. So, denkt er. Er vergisst den Spiegel über der Bar. Durch diesen Spiegel wird er immer noch fixiert, ohne es selber zu merken.

Sein Herz bleibt fast stehen, als er plötzlich von der Seite angesprochen wird.

"Du sollst zu dieser Dame an der Bar kommen. Sie möchte sich gern mit dir Unterhalten."

Saskia steht neben ihm und zeigt zur Bar. Etwas verwirrt blickt er sie an.

"Was hast du eben gesagt?"

Sie wiederholt ihre Botschaft. Jetzt kann er ihr folgen. Ein etwas dümmliches Lächeln huscht über sein Gesicht.

"Ah ja, danke! Werd ich gleich machen."

Er nimmt seine Tasse und geht zur Bar. Jetzt bemerkt er auch das sie ihn beobachtet hatte, denn noch bevor er bei ihr war, drehte sie sich zu ihm. Lachte ihn strahlend an. Der Blick in ihre Augen verzauberte ihn. Ihre Augen, welch ein Blau, wie Saphire in der Sonne. So strahlend! Nur mühsam konnte er sich losreißen um sich vorzustellen.

Aber auch sie konnte ihren Blick nicht mehr von seinen Augen wenden, sie versank regelrecht in ihnen. Welche Farbe haben sie nur, grün, blau und grau. Und um die Iris vereinzelte goldene Pünktchen. Wie der Lichteinfall ist, so verändert sich ihre Farbe. Mal haben sie einen Ton gleich feuchtem Moos und dann wieder wie das Meer, wenn es stürmt.

Irgendwann nach einigen Minuten schafften sie es sich von den Augen loszureißen und ein Gespräch anzufangen. Sie bemerkten nicht wie die Zeit verfliegt, nein ihre Unterhaltung war zu angeregt und sie sprangen von einem Thema zum nächsten. Es gab nicht wirkliche Übergänge. Sie lachten viel, berührten sich wie zufällig an den Händen. Es lag ein Knistern um die Zwei, die jeder der an ihnen vorbei kam spüren konnte. Die Spannung war von so feiner Art, das außer ihnen nichts existierte. Sie hatten Raum und Zeit vergessen.
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